Mein Bericht über das Treffen der BI-ler am 27. Mai
Der Abend war lang – aber letztlich doch fruchtbar!
Zunächst wurden die 18 Anwesenden über den Verlauf des Rathaustermins vom 21. Mai informiert: Bei diesem Gespräch, an dem seitens der Bürgerinitiative die Damen Junghans und Schmitz sowie Herr Fischer teilgenommen hatten, ging es um die Prozeduren der künftigen Bürgerbeteiligung im weiteren Planungsprozess. Vom rein Prozeduralen her ist vorgesehen, zu Einzelthemen Workshops von ca. vierstündiger Dauer zu veranstalten, deren Ergebnisse dann in die weitere Planung eingebaut werden sollen. Die erste Veranstaltung dieser Art soll noch im Juli stattfinden.
Schon im Rathausgespräch zeigte sich, dass rein Formales und Inhaltliches nicht säuberlich voneinander getrennt werden kann. So sei der „Siegerentwurf“ in seiner Grundsubstanz („seiner DNA“) nicht verhandelbar, wohl aber die Dichte und die Gestaltung von Freiflächen (um es bei diesen Beispielen zu belassen). Das schränkt die Möglichkeiten der Umgestaltung natürlich ein – und stieß in der Diskussion auch auf Bedenken. Nach wie vor gilt: der „Siegerentwurf“ ist keineswegs eine unumstrittene Verhandlungsgrundlage. Gleichwohl besteht von Seiten der Initiative die grundsätzliche Bereitschaft, sich positiv in den weiteren Planungsprozess einzubringen und an den Workshops mitzuarbeiten.
Allerdings stellte sich alsbald heraus, dass die „Mutter aller Probleme“ in der ungeheueren Verdichtung liegt, die im ganzen Landkreis bei vergleichbaren Neubaugebieten ihresgleichen sucht. Was macht es denn wirklich notwendig, innerhalb weniger Jahre auf einem 1,5 ha großen Gelände die Bevölkerungszahl Entringens um über 8 Prozent zu vergrößern? Und warum fügt sich die vorgesehene Neubebauung nicht in die Nachbarschaft ein? Zugleich hängen vom Maß der Verdichtung andere Fragen unmittelbar ab: Verkehrskonzept, wasserwirtschaftliche Maßnahmen u.a. stellen sich je anders dar, ob sie für 150 oder 300 zusätzliche Mitbürger zu konzipieren sind. Es wurde deshalb beschlossen, in einem an die Gemeindeverwaltung gerichteten Schreiben noch vor dem ersten Workshoptermin die Zusage einer Rücknahme der vorgesehenen Verdichtung (auf etwa 50-60 Prozent) zu erwirken. Anderenfalls verdüstern sich die Aussichten auf einen positiven Verlauf der Workshops erheblich.
Herr Köllisch gab, ergänzt durch Bemerkungen von Frau Schmitz und Herrn Deubel, einen Überblick über ein dreistündiges Gespräch, das am 22. Mai mit Herrn Scheinhardt in den Räumlichkeiten der Kreisbau geführt wurde. Diese Unterredung habe, so Köllisch, in angehmer Atmosphäre stattgefunden, Herr Scheinhardt sei sehr gesprächsbereit gewesen. Grundbedingung für alles aber sei die „Wirtschaftlichkeit“ jedes einzelnen Gebäudes. Das hatte sich auch schon im Gespräch auf dem Rathaus angedeutet. Mit anderen Worten: Die Kreisbau GmbH möchte gerne möglichst viel, ist aber auch mit weniger zufrieden, vorausgesetzt es rechnet sich. Wundert das jemanden? Aber immerhin, die Kreisbau ist offenbar relativ flexibel …

Damit aber wird deutlich: Der entscheidende Adressat für die Bürgerinitiative ist das politisch verantwortliche Organ: der neugewählte Gemeinderat. Dessen Mitglieder sollen so bald wie möglich zu einem (eher zwanglosen) Grillnachmittag auf dem Gelände der alten Schule eingeladen werden, der zum gegenseitigen Kennenlernen und Meinungsaustausch dienen soll. Als Termin wurde der 13. Juli ins Auge gefasst.
Nicht nur die Tatsache, dass für Briefe ans Rathaus, die Presse oder andere Adressaten „Absender“ gebraucht werden, die mit einer gewissen Legitimation für die BI sprechen können, auch andere Aspekte (Arbeitsaufteilung / Kosten / Präsenz in den Medien u.a.) lassen es als zwingend erscheinen, dass die BI sich als solche konstituiert und sich bestimmte Strukturen gibt. Dazu immerhin kam es noch: Die Bürgerinitiative gab sich den Namen BISS (Bürgerinitiative schönerer Schlossblick [kleiner Scherz am Rande: So heißt auch Münchens Obdachlosenzeitung: Bürger in sozialen Schwierigkeiten, BISS]), die Benennung bzw. Wahl von Sprechern steht aber noch aus. Sie wird beim nächsten Treffen stattfinden, das je nach „Geschäftslage“ kurzfristig anberaumt werden kann. Weitere Mitstreiter werden gesucht: Sie können sich via whatsapp-Gruppe, auch unter bischlossblick@gmx.de oder sonstwie melden.
Das Beste zum Schluss: Der Schreiber dieser Zeilen hat sich bereit erklärt, für das Treffen mit den Gemeinderäten einen Kasten Bier zu spendieren – und, sollte etwas übrig bleiben, den Rest allein oder mit anderen heiteren Gemütes auszusüppeln … [Die Grillade hat mittlerweile stattgefunden, atmosphärisch ganz angenehm, aber ob in der Sache sehr viel dabei herausgekommen ist: zweifelhaft].
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